AUDIOSHOEZ: Was sind eure ersten musikalischen Erinnerungen aus der Kindheit oder Jugend, die euch als Musiker geprägt haben?

Benn: Ich denke als mir mein 6 Jahre älterer Bruder damals mit ca. 13. Die Venerea – Shake Your Booty auf Kassette gegeben hat. Da habe ich gelernt, dass Punk cooler ist als Poser-Hop-Metal. Ein Fortschritt.

Dominik: Das muss so 2000 gewesen sein, als ich mit nem Freund zusammen die Alben von Metallica und anderen Größen der Metal-Szene entdeckte und in Dauerschleife gehört haben. Die Einschläge des Heavy begleiten mich seit dem eigentlich kontinuiertlich. Jahre später habe ich festgestellt, dass mich die Melodien und schöne Akkordfolgen in den Songs einfach am stärksten berühren, sodass mich in meiner Jugend Millencolin, die Peppers (zu den John Frusciante Zeiten), Jimmy Eat World, Alexisonfire, Senses Fail, Pennywise und alles Mögliche von den Tony Hawk‘s Pro Skater Soundtracks geprägt haben.

Wenn dann im Proberaum alles in den Topf geworfen wird, klingt es am Ende trotzdem immer nach uns.

Dominik Klimat

In welchem Genre seht ihr euch und wie ist die Band entstanden?

Benn: Ich würde uns mal als undogmatische Punk-Band bezeichnen. Bisschen Emo, bisschen Hardcore. Entstanden ist die Band mal aus einer Selbsthilfegruppe namens Zivimassacker, die Matthias und ich einst während unseres Zivis gründeten, um dem Alltag einen bunten Anstrich zu verleihen. Dann hatten wir irgendwann Lust neben dem Biertrinken auch etwas ernsthafter zu musizieren und nach und nach kamen dann die anderen hinzu. Wir kannten uns aber alle vorher schon und irgendwie haben alle schon in irgendwelchen Bands gespielt davor. Mit Philip bin ich beispielsweise zur Schule gegangen.

Dominik: Undogmatischer Punk beschreibts ganz gut. Wir haben nicht den Drang, explizite Szenen/Genres und Richtungen zu bedienen – natürlich bewegen wir uns im großen Rahmen der Rockmusik – die verschiedenen Einflüsse und musikalischen Vorlieben tun dann den Rest. Wenn dann im Proberaum alles in den Topf geworfen wird, klingt es am Ende trotzdem immer nach uns.

Was könnt ihr über die Rockszene in Dortmund oder Deutschland allgemein sagen? Gibt es Plattformen, die über Underground Künstler berichten und diese unterstützen, oder fehlt es da an Interesse?

Dominik: Die Szene in Dortmund ist okay, es könnte sicherlich mehr gehen bei einer Stadt mit 600.000 Einwohnern, aber es fehlt da glaub ich ein bisschen an den passenden Locations. Punk ist hier einfach weniger vertreten als beispielsweise Indie, aber Konzertgruppen, Fanzines wie Bierschinken oder Labels wie Spastic Fantastic sorgen schon in regelmäßigen Abständen dafür, dass in Dortmund auch kleinere Sachen laufen. Insgesamt können wir uns glaub ich in NRW nicht beschweren und auch in ganz Deutschland ist die Szene sehr aktiv. Nicht umsonst kommen Bands aus USA, GB oder den Benelux-Staaten sehr gerne nach Deutschland.

80er oder 90er?

Benn: Kommt ein bisschen aufs Genre an. Ich tendiere aber zu den 80ern. Schließlich habe ich drei Jahre in diesem Jahrzehnt gelebt und weis wovon ich spreche #benatwork

Dominik: Von den 80ern habe ich aktiv mal gar nichts mitbekommen, von daher würd ichs mal mischen: 80er Pop und 90er Grunge.

Lieblingseffektgerät?

Benn: Wenn ich eins hätte, wäre es das Megafon

Dominik: Haunt Fuzz von Old Blood Noise Endeavors. Total schöner Fuzz Overdrive, der auch angenehm kaputt klingen kann. Generell benutzen Matthias und ich aber Effektpedale stets zur Soundformung oder zum Boosten von Melodien. Christoffer lässt seinen Bass auch ab und an mit nem Fuzz von Orion Effekte mehr knurren. Aber eigentlich funktioniert jeder unserer Songs auch mit nur einem angezerrten Kanal, komplett ohne Bodentreter.

Euer größter Erfolg als Band?

Benn: Für mich ganz klar das Machen einer Platte von vorne bis hinten und die Unterstützung durch unser Label Antikörper Export.

Dominik: Definitv! Die Veröffentlichung unserer Wehringhausen EP mit dem Support von Bulli und Antikörper Export war und ist immer noch ein großer Highlight. Allgemein empfinde ich aber allein die Möglichkeit rumzukommen, mit unserer Musik so viele neue Leute kennenlernen dürfen und überall stets herzlich empfangen werden als riesigen Erfolg – und der kann für mich nicht an einem Bestimmten Punkt zu gemessen werden.

Drei Wörter die euch inhaltlich, so wie Soundtechnisch beschreiben!?

Max: Lieben, Leben, Sterben

Ihr könntet euch aussuchen mit wem ihr zusammen eine Tour spielt. Welche Band/Künstler wäre das?

Benn: Hmm… mir ist eigentlich tatsächlich nur wichtig, dass die Leute cool sind. Rein Musikalisch hätte ich durchaus Bock mir The Lawrence Arms noch ein paar Mal lässig aus dem Backstage anzusehen. Und von denen weis ich ausnahmsweise dass sie auch privat cool sind.

Dominik: Die Menschen mit denen ich unterwegs sein möchte sollten einfach gut drauf sowie weltoffen sein und einfach Bock haben, Musik zu machen. Mit Wish Upon A Star hatte das 2014 zum Beispiel super geklappt! Musikalisch würde ich mich aber riesig über Bands wie Girl Scouts, Into It Over It, Title Fight, Merchant Ships (oder irgendeine andere Band von Jack Senff), Brave Bird, Free Throw, Moose Blood, Turnover, American Football, Modern Baseball, Real Friends oder Tiny Moving Parts freuen.

Stellt euch vor ihr seid einen Monat lang auf Tour und dürft nur zehn Songs mitnehmen!

Benn: TopTen unserer Autofahr-Scheiben:
Dire Straits - Walk Of Life
Düsenjäger – Loch im Bauch
Kassierer – Der Mann der rückwärts spricht
Drafi Deutscher – Cindy Lou
Wolle –Sommer in der Stadt
Coroners - Scheiß Penne
Mockingbird Wish Me Luck – Hollow Graves
NOFX – Pimps and Hookers
White Snake – Here I Go Again
Leatherface - Broken

Dominik: Philip macht die besten Mix-Tapes (CDs): Die perfekte Mischung aus WDR2 Klassikern, Deutsch- und Skatepunk sowie einer kleinen Prise Metal, genau dann, wenn mans nicht erwartet.